Nur so gehen - geht!

Die Moderatoren im Radio sagen im Moment häufig Sätze wie„ … jetzt, wo wir alle zu Hause bleiben sollen, da können … “.

 

Wenn ich bei mir aus dem Fenster blicke oder auf die Straße gehe, dann muss ich sagen, viele Menschen sehe ich hier nicht. Es scheint wohl wirklich eine große Anzahl zu Hause zu bleiben.

 

Höre oder sehe ich allerdings Nachrichten, dann werden die Menschen gezeigt, die um die Alster, durch Parks und Grünanlagen gehen.

 

Ich frage mich dann:

Sind das etwa meine Nachbarn? Die, die hier nicht zu sehen sind?

Und sind die vielleicht extra 10 Kilometer und mehr mit dem Auto gefahren, um dort spazieren zu gehen?

Und das sind nun wirklich nicht wenige, die dort gehen. Das Gute ist, dass der Mindestabstand fast immer eingehalten (so die Info aus den Medien) wird, was bestimmt nicht einfach ist. Dafür bewundere ich diese Spaziergänger.

 

Gleichzeitig frage ich mich, warum tun sich die Menschen das an? Ein wenig stressig ist das Abstandhalten schon.

Es gibt in Hamburg genügend Straßen auf denen man spazieren gehen kann, ohne ständig auf den Abstand und das Tempo des Vordermannes zu achten, bzw. achten zu müssen. Und warum gehen so viele zwischen 10 und 16 Uhr um die Alster .... 

 

Nur so einen Idee ...

Warum nicht einfach mal den Wecker früher stellen und gleich morgens rausgehen?

Wäre doch ein Versuch wert.  

Also einfach mal Handy zu Hause lassen und die Natur/den Sonnenaufgang mit allen Sinnesorganen wahrnehmen und genießen. 

 

Natürlich unter Einhaltung aller Vorschriften. Was auch bedeuten kann, ab und zu mal die Straßenseite zu wechseln oder mal kurz zu warten, um den Mindestabstand nicht zu unterschreiten. Und natürlich muss die Husten- und Niesetikette auch auf der Straße einhalten werden.

 

Vielleicht kann so auch das Aggressionspotential, das in manchen Familien brodeln soll, reduziert werden.  Wäre doch ein schöner Zusatzeffekt.

Häusliche Gewalt und Suchtprobleme scheinen sich ja aktuell zu mehren.

 

Vor Corona hat mich das Thema "nur mal so rausgehen" auch schon beschäftigt.

Wenn ich anderen erzählte, dass ich zwei Stunden spazieren gegangen bin, wurde ich häufig gefragt, wo ich denn war - Nordsee oder Ostsee? Ich antwortete mit "bei mir in der Gegend". Oft erntete ich so komische Blicke. Ich musste nicht irgendwo hinfahren. Mir ging es um die Bewegung und die frische Luft. Mehr nicht.

Ich habe darüber bereits in meinem Buch Alltagsspitzen – Portionierte Satire to go geschrieben.

 

Hier ein kurzer Auszug:

Wo sind die Menschen?

Ist spazieren gehen nicht mehr in?

Eventuell.

Ist spazieren gehen bei angenehmen Wetter nicht mehr in?

Eventuell.

Ist spazieren gehen bei fehlender Sonne out?

Ja!

Sonnenbrillen präsentieren ohne Sonne ist ziemlich albern!

Spazierengehen nur so?

Warum das denn?

 

Mir ist aufgefallen, dass besonders in meiner Wohngegend, die Menschen überwiegend ein Event, Fest, Jahrmarkt usw. brauchen, um auf die Straße zu gehen.

Einkäufe, Arbeitswege und Co, sind hier natürlich nicht gemeint.

Einfach so vor die Tür gehen, ist wohl nicht mehr in und vielen zu langweilig.

Dabei hat das so viele Vorteile. Man lernt z. B. die Nachbarn kennen, sieht schöne oder auch weniger schöne Gärten, bekommt Anregungen zur Fensterdekoration und man schont die Umwelt.

 

Einfach mal so rausgehen … ich werde es nach Corona auch wieder machen. Ich werde dann wieder meine Lieblingsnachbarhündin streicheln, wenn sie ihre Pfoten auf meine Schuhe stellt und und und

 

Ich freue mich darauf!